Kindheit und Schule
Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein, war mir schon früh wichtig: Mit zwölf Jahren habe ich angefangen, eine Kinder-Fußballmannschaft als Co-Trainer zu betreuen, und bis heute weiß ich noch, wie gut es sich angefühlt hat, wenn sich wirklich jedes Kind im Team willkommen gefühlt hat. Auch in der Schule in München durfte ich früh Verantwortung übernehmen: Meine Klasse hat mich zweimal in Folge zum Klassensprecher gewählt, bevor ich mich entschieden habe, für ein Austauschjahr in die USA zu gehen. Möglich gemacht hat das eine individuelle Lernzeitverkürzung, die ich vorher absolviert hatte, sodass ich kein Schuljahr verloren habe. Mein Abitur habe ich schließlich mit der Note 1,4 abgeschlossen.
Auslandsaufenthalt 23/24 →
Dieses Jahr hat mich richtig geprägt – ein ganzes Jahr, in dem ich gelernt habe, mich in einer fremden Kultur zurechtzufinden, offen auf Menschen zuzugehen und mich selbst noch einmal neu kennenzulernen, ohne dabei zu vergessen, wer ich eigentlich bin. Ich stand dort regelmäßig auf der Honor Roll. Unter anderem habe ich dort mit meinem Team eine Top-5-Platzierung bei den Future Business Leaders of America (FBLA) erreicht. Am meisten gefreut hat mich aber, als meine Schule mich zum „Loyalty King“ gewählt hat – eine Auszeichnung, die amerikanische Highschools traditionell im Rahmen des Homecoming an Schülerinnen und Schüler vergeben, die sich durch besonderen Einsatz und Verbundenheit für ihre Schulgemeinschaft auszeichnen.
Fast noch mehr bedeutet hat mir der „Great Team Player Award“ meiner Fußballmannschaft, den ich als einziger Spieler bekommen habe: Er zeichnet gezielt meine Sozialkompetenz und meinen Teamgeist aus – also die Fähigkeit, Zusammenhalt zu schaffen, andere mitzunehmen und im Team eine tragende, verlässliche Rolle einzunehmen. Neben Schule und Sport habe ich mich in dieser Zeit ehrenamtlich in der Springhill Baptist Church engagiert, wo gelebte Inklusion einen sehr hohen Stellenwert hat, und dabei gemerkt, wie viel Offenheit und Gemeinschaftsgefühl bewirken können.
Soziales Engagement
Nach meiner Rückkehr nach Deutschland wollte ich dieses Engagement nicht einfach ruhen lassen. Als offizieller Vertreter meiner Schule habe ich gemeinsam mit Tina Güllich und dem Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) im Mai 2025 die Aktion „Rot gegen Rassismus“ organisiert – ein sichtbares Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. Mir ist elementar wichtig, dass jeder Mensch – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder persönlichen Voraussetzungen – in seiner ontologisch begründeten, inhärenten und bedingungslosen Würde respektiert und geachtet wird.
Verantwortung übernehme ich auch im Kleinen, ganz privat: Ich begleite meine Großmutter zu Arztterminen, gehe für sie einkaufen, koche und helfe im Haushalt. Es sind oft die kleinen Dinge, die mir zeigen, wie viel Verlässlichkeit und ein bisschen Zuwendung für einen Menschen bedeuten können.
Natur- und Umweltschutz
Neben dem Sozialen liegt mir der Natur- und Artenschutz sehr am Herzen. Für eine wissenschaftliche Arbeit zur Förderung der Biodiversität habe ich – mit fachlicher Unterstützung von Professor Dr. Hietel – eine Dachbegrünungsbox für Balkone und kleine Flächen entwickelt, mit der auch Privatpersonen ganz praktisch einen Beitrag zum Artenschutz leisten können. Am meisten begeistert hat mich dabei, wissenschaftliches Denken mit einer wirklich greifbaren, ökologischen Lösung zu verbinden.